Im Zweistromland und bei Balis Künstlern - Zentralbali und Ubud

Zentralbali

 

Spektakuläre archäologische Funde führen in üppiges und grünes Gebiet, in welchem zahlreiche Heiligtümer nur so zu Ausflügen in Tempelanlagen und Höhlen einladen.

 

Zwischen den beiden Flüssen Pakrisan und Petanu liegen Balis älteste Monumente und bedeutendste Tempel. Dieses historische Kernland eignet sich besonders gut für Spaziergänge und Ausflüge, neben den Sehenswürdigkeiten ist die spektakuläre Landschaft alleine schon einen Besuch wert.

 

Einige der vielen Sehenswürdigkeiten im Zweistromland:

 

Im Tempel des Dorfes Pejeng hängt er nun, der Mond von Pejeng, die grösste Bronzetrommel der Welt. Viel zu sehen ist von der 125 cm durchmessenden Trommel jedoch nicht, denn sie hängt in luftiger Höhe der Balé des Tempels und lässt die geometrischen Motive und Gesichter der Verzierungen mehr erahnen als erkennen. Dafür entschädigt jedoch die hübsche Geschichte ihrer Herkunft:

 

Eines Nachts löste sich das Rad des Wagens, mit dem der Mond jede Nacht über den Himmel zieht, stürzte Richtung Erde und verfing sich im Geäst eines Baumes. So hell schimmerte es in der tropischen Nacht, dass sich selbst die Diebe in ihrer Berufstätigkeit gestört fühlten. Der mutigste von ihnen kletterte in die Baumkrone und pinkelte kurzerhand auf die Scheibe. Daraufhin explodierte der kleine Mond, tötete dabei den Dieb und fiel, grün verfärbt, als Mond von Pejeng auf die Erde.

 

Ein Märchen? Möglich, doch berührt wurde die Trommel seither fast nie wieder, denn sie zu berühren bringt Unglück, so der Glaube der Balinesen. Der „Mond“ gilt als eines der grössten Heiligtümer Balis und wird regelmässig mit Opfergaben bedacht.

 

Im Nachbardorf von Pejeng, Intaran genannt, liegt der Tempel Pura Pusering Jagat, was soviel wie „Nabel der Welt“ bedeutet. Die meisten der hier versammelten Fundstücke werden auf das 14. Jahrhundert datiert.

 

Ein umgestülpter Wasserkessel erinnert an die Geschichte aus dem indischen Epos der Mahabarata – der Suche nach dem heiligen Nektar des Lebens. Der Kessel gilt als Orakel und wird halbjährlich durch den Zeremoniemeister befragt: Ein kleines Silbergefäss soll sich bei dieser Gelegenheit mit Wasser füllen. Kommt das Wasser rot, so verspricht das schlechte Tage für das ganze Dorf.

 

Aus einem anderen Grund besuchen kinderlose Paare aus ganz Bali den Tempel, welche zum Gebet vor dem grossen Lingga und dem dreieckigen Yoni-Stein erscheinen. 120 Zentimeter ist der Stein-Phallus hoch, daneben die symbolische Vulva des Yoni-Steins, die sich hin zum Meer orientiert.

 

Hinduisten und Buddhisten verehren sie, Urlauber haben sie fest auf dem Programm: Goa Gajah, die berühmte „Elefantenhöhle".

 

Tirta Empul, die Quellen des Flusses Petanu („der verfluchte Fluss). Die Legende hierzu: Nachdem der Dämon Maydanawa im Krieg gegen die Götter sämtliche Brunnen der Gegend vergiftet hatte, erschuf der heilige Hindu-Gott Indra die Quellen von Tirta Empul. In den neuen Quellen konnten sich die Götter wieder reinigen und – symbolhaft interpretiert – den Bali-Hinduismus gegen die animistischen Traditionen verteidigen. Indra stellte schlussendlich den Dämon und erschoss ihn mit einem Pfeil. Das Blut des Übeltäters wurde zum Fluss Petanu. 1700 Jahre lang währte die Vergiftung des Wassers und der Fluch endete somit erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Solange der Fluch währte, wurden am Ufer des Petanu keine Tempel gebaut, kein Wasser getrunken, nicht darin gebadet und auch kein solches Wasser für die Bewässerung der Reisfelder verwendet.

 

Natürlich gibt es noch viele hunderte Sehenswürdigkeiten mehr, aber alle aufzuzählen würde der Rahmen dieser Seite sprengen.

 

Ubud

 

Balis unangefochtenes Kulturzentrum liegt auf halbem Weg zwischen der Südostküste und dem zentralen Bergland. Tief eingeschnittene Flüsse, leuchtend grüne Reisterrassen und steile Hänge bilden die beschauliche und wunderschöne Umgebung rund um Ubud.

 

Schon auf dem Weg nach Ubud kommt man an zahlreichen spezialisierten Dörfern vorbei, welches jedes seine besondere künstlerische Tradition hat. Nicht umsonst nennt man die 26 km lange Strasse zwischen Denpasar und Ubud die „längste Galerie Balis“.

 

Mas, welches berühmt für seine Holzarbeiten ist. Auf die Kunst örtlicher Maskenschnitzer greifen selbst italienische Bühnen zurück.

 

In Batubulan pflegt man die alte balinesische Tradition der Steinmetzkunst.

 

Celuk ist das Dorf der Silberschmiede. Dutzende Schauräume zeigen hier neben religiösen Gegenständen auch Filigranschmuck, der in alle Welt exportiert wird. Die Silberschmiede von Celuk gehören zu dem mächtigen Clan der Schmiede, die sich der Kasteneinteilung entziehen konnten.

 

Sukawati. Zwischen bunten Tempelschirmen klimpern in Sukawati auch Balis weitverbreitete Windspiele aus Bambus. „Pindakan“ heissen die melodischen Hölzer. Bunt verflochtene Palmblattkörbe sind ein weiteres Traditionsprodukt, das am lokalen Kunstmarkt Pasar Seni angeboten wird. Auch Textilien, Schnitzereien und weitere Kunstarbeiten werden angeboten.

 

Aus Batuan stammen die berühmten schwarz-weissen Tusche-Zeichnungen der Brüder I Ngendon und I Patera, die in den 30er Jahren diesen eigenständigen Batuan-Stil entwickelt haben, bei dem die Blüten- und Dschungelmotive auch ohne schreiende Farben auskommen.

 

Immer dichter reihen sich die vielen Shops je näher man Ubud kommt. Doch das idyllische Ubud selbst lässt sich auf der bildergesäumten Strasse erst erahnen: Der Blick auf das malerische Original jedoch ist in und um Ubud mindestens so lebhaft und bunt wie auf den Leinwänden. Die Szene lebt. Die Künstlerstadt ist bis heute ein beliebtes Ziel von Exzentrikern und Kreativen geblieben. Nebst den zahlreichen kulturellen und künstlerischen Tätigkeiten und Darbietungen ist Ubud jedoch auch zu einem Zentrum der Erholung geworden und ist ein idealer Ort, sich zu entspannen und die Schönheit Balis zu geniessen.

 

Ubud könnte man fast auch die Therapeutenstadt nennen. Von Spas über traditionelle Heilkünste bis hin zu aller Art internationalen Therapieverfahren ist Ubud ein Ort, an welchem viele interessante und hochqualifizierte Leute ihr Wissen und Können anbieten.