Balis heisser Süden

Kuta, das Zentrum des Trubels, hat sich mit zahllosen Läden, lauten Discos und Supermärkten an jeder Ecke auf die Touristen von heute eingestellt.

 

Frühmorgens in Kuta erwacht Balis berühmtester 8 km langer Strand: Verwelkte Opferschälchen und Bierflaschen der letzten Nacht liegen am Strand herum. Schon um 6 Uhr früh tummeln sich Familien mit Kindern, Sportbegeisterte gehen auf ihre morgendliche Joggingtour, Surfer checken die besten Wellen, die Reinigungsbrigade hat alle Hände voll zu tun. Doch trotz der quirligen Aktivitäten liegt eine Frische und Ruhe über der sanft gekrümmten Bucht, die Strassen sind noch leer, eine kühle Brise weht, ein Hund reckt sich mit ausgestreckten Vorderläufen und die ersten Sonnenstrahlen ergiessen sich golden über die schaukelnden Wellen.

 

Wenn der Tag beginnt, füllen sich die Strassen und Gässchen mit quäkenden Mopeds und hupenden Autos, die Märkte öffnen ihre Tore, die Leute strömen aus Ihren Häusern. Über 300 Restaurants, Pensionen und Hotels verteilen sich über Kuta. Fliegende Händler klappen die Deckel ihrer bunten mobilen Läden hoch, es gibt alles zu kaufen was das Herz begehrt - natürlich echt und in bester Qualität, wenn man den Rufen der Händler Glauben schenken will. Auffallen ist hier die Devise, Touristen werden lauthals angesprochen und um sich von den verkaufseifrigen Händlern zu lösen, braucht es schon einige energische Fluchtversuche.

 

Bei der Fortbewegung an und für sich, ob zu Fuss oder motorisiert, muss man schon ein gutes Auge auf den Boden werfen, will man nicht in einem der unzähligen Schlaglöcher steckenbleiben. Vor allem spazieren gehen in High-Heels kann mitunter auf Balis Gehsteigen in einem grösseren Abenteuer enden.

 

Die Strassen Kutas sind ein Wirrwarr aus zahllosen Trödelläden, schlechten und guten Surfbrettern, Goldfischteichen, farbigen Dachziegeln, Leuchtreklamen und japanischen Schiebetüren. Man kann auch sagen: Ein kosmopolitischer Brei aus Lärm und Farbe. Das Rückgrat all dessen ist Kutas Legian Street. Das Getümmel zwischen Bars, Shops und Restaurants ist beinahe eine surrealistische Sehenswürdigkeit. Die interessanteste Sehenswürdigkeit Kutas? Der tägliche Trubel.

 

Kuta Beach gilt als der am buntesten gemischte Strandabschnitt. Südlich davon geht Kutas Beach in die Resort-Strände von Tuban über. In der nächsten Bucht, südlich der Flughafen-Rollfelder des internationalen Flughafens Ngurah-Rai, erstreckt sich der exklusive weisse Strand von Jimbaran mit ihren Resorts der Luxusklasse.

 

Nördlich von Kuta Beach schliessen sich die Strände der Schönen und Reichen an: Legian und das noch weiter nördlich gelegene Seminyak locken vor allem die internationale Schickeria an.

 

In Sanur, sechs Kilometer östlich von Denpasar, sind viele international renommierte und erstklassige Hotels entstanden. An der schönen, weisssandigen Bucht lassen sich gemütlich und ohne grössere Exzesse alle nur erdenklichen Wassersportmöglichkeiten geniessen. Klassisch sind auch die langgezogenen Surfwellen von Sanur Riff, Tanjung Sari und Hyatt Riff.

 

Sanur ist bis heute ein beliebter Rückzugsort geblieben: Zwischen den schmalen Zufahrtsstrassen und privaten Stränden verstecken sich viele schöne Villen indonesischer Millionäre. Ebenso wenig vermutet man hinter Sanurs Fassaden wohl ein traditionelles Zentrum magischer Rituale. Der Ort hat tiefreichende spirituelle Wurzeln und wird weiterhin von einer mächtigen Brahmanen-Clique regiert. Statt Tempel verwalten die Nachfahren des legendären Hohepriesters Pedanda Gede Sidemen heute jedoch Hotels, Restaurants und Autowaschanlagen.

 

Eine Steigerung von Sanurs Luxushotels wird mit der Bali-Imitation Nusa Dua inszeniert: Eine vierspurige Autobahn führt zu diesem grossangelegten Regierungsprojekt im Osten der Bukit-Halbinsel, durch dessen riesiges Spalttor man hinter einem Brunnen die luxuriösen Anlagen des künstlichen Paradieses betritt.

 

Im äussersten Süden der Bukit-Halbinsel liegt das ebenfalls bekannte Klippenheiligtum Pura Luhur Uluwatu sowie viele erstklassige und weltberühmte Surfspots, die sich vom tiefsten Süden die ganze Westküste hoch bis weit nach Kuta und hinauf bis nach Medewi im Nordwesten der Insel erstrecken.