Wo die Könige herrschten...

Landschaftlich ist Balis Osten an Vielfältigkeit fast nicht zu übertreffen. Von weissandigen Buchten bis zu schwarzen Lavastränden finden Sie der Küste entlang alle Varianten. Palmen neigen sich sanft über den Strand, die Vegetation ist dicht und grün. Erstklassige und weltberühmte Tauchorte finden sich vor allem in Amed, Tulamben und auf der Insel Nusa Lembongan.

 

Zwischen Tirtagangga/Culik und Amlapura/Iseh finden sich einige der spektakulärsten Reisterrassenlandschaften Balis. Die dicht bewaldeten Ausläufer der zwei grössten Vulkane Balis – des Gunung Agung und des Gunung Batur – erstrecken sich bis weit in die tiefer liegende Ebene hinein.

 

Früher sassen die mächtigsten Könige Balis in Klungkung und Gelgel. Heute erinnern vergoldete Schnitzereien und blank polierter Marmor in den Museumspalästen an die Festlichkeiten und prunkvollen Empfänge.

 

Der Osten Balis hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Klungkung (heutiges Amlapura) und Gelgel waren als Wohnsitz der einflussreichsten Könige, Fürsten und der Spitze des Bali-Hindu-Klerus blühende und machtvolle Städte.

 

Im Jahr 1908, als der Widerstand des mächtigen balinesischen Herrscherhauses gegen die Niederländer endgültig gebrochen war, müssen sich dort dramatische Szenen abgespielt haben: Da für die Könige Klungkungs eine Rolle als Marionettenregierung für die Niederländer unvorstellbar war, gingen sie in der Entscheidungsschlacht vor den Palasttoren in den Freitod. Entweder rannten sie selbstmörderisch in die niederländischen Gewehrkugeln oder rammten sich eigenhändig einen Kris-Dolch in die Brust.

 

Als Reaktion auf diese Tat machten die Niederländer den Palast dem Erdboden gleich. Nur die abschreckende Gerichtshalle Kerta Gosa liess man stehen.

 

Als 1929 die von den Niederländern ins Exil vertriebenen überlebenden Mitglieder der Königsfamilie von Klungkung nach Bali zurückkehrten, liessen diese zur Freude vieler Einwohner den neuen Palast Puri Agung errichten und wieder umgehend an viele alte Traditionen anknüpfen.

 

Auch heute ist Balis Osten eine Gegend geblieben, in der die alten Traditionen fleissig und ausgiebig gepflegt werden.

 

In Klungkung, wo früher der Königspalast stand, liegt nun der Taman Gili (Inselpark) mit seinen Wassergräben und gepflegten Rasenflächen. Dort liegt auch die Gerichtshalle Kerta Gosa mit ihren eindrücklichen und furchterregenden Deckenfresken, mit welchen dargestellt werden, was Übeltäter nach ihrem Tod zu erwarten haben. Ein paar Schritte östlich der Hauptkreuzung an der Jl. Veteran findet man Balis grösster Markt (Antiquitäten, Kunsthandwerke).

 

Auf der Nebenstrecke Richtung Klotok, ca. 5 km südlich von Amlapura, ist von der Schnellstrasse Denpasar-Amlapura plötzlich nichts mehr zu verspüren. Ländlich und einfach präsentieren sich die Dörfer, hinter den Mauern liegen gepflegte Obstgärten, Gehsteige werden gemütlich gefegt. Diese Gegend um Kamasan erhielt schon mehrmals die jährlich vergebene Auszeichnung für das „schönste Dorf Balis“.

 

Auch die Handwerkskunst ist im Osten Balis lebendig geblieben und vor allem von den königlichen Dynastien aus „dem goldenen Zeitalter“ geprägt.

 

Besonders schöne Bilder präsentieren sich auch im weichen Licht der untergehenden Sonne an den Ufern des Kieselstein-Flussbetts des Unda, wenn die Bewohner zwischen den Steinen und hochgewachsenen Sumpfgrasbüscheln baden oder ihre Wäsche waschen.

 

In den nach dem Vulkanausbruch von 1963 entstandenen flachen Steinmulden bei Kusumba wird heute Salz gewonnen.

 

Weiter im Osten erreicht man die kleine malerische Bucht Padangbai – Balis einziger Naturhafen mit ausreichend Tiefgang für grosse Fährschiffe.

 

Mehrmals täglich verkehren hier die Fähren zwischen Padangbai und Lombok sowie zu den vorgelagerten Inseln Nusa Penida und Nusa Lembongan.

 

Nur einige Schritte vom umtriebigen Hafen entfernt rascheln die Palmen an der stark gekrümmten feinsandigen Bucht und man kann in Ruhe die Schönheit dieses lauschigen Plätzchens geniessen. Bis heute ist Padangbai ein intaktes Fischerdorf geblieben.

 

In Nusa Lembongan präsentieren sich den Blicken der Besucher schöne weisse Sandstrände und enorm dicht wucherndes Seegras. Auch Liebhaber von Unterwasserwelten werden an den schönen Korallengärten ihre helle Freude haben. Selbst an Land dominieren die Schätze des Meeres: Die Häuser der beiden Dörfer Jungutbatu und Lembongan sind aus Korallenblöcken gemauert. Weiter hinten erstreckt sich eine einsame, leicht hügelige und verkarstete Hochebene.

 

Zurück auf Bali finden sich in den Orten Buwiten und Candi Dasa einige Luxushotels, Restaurants und Bungalows. Unmittelbar hinter den Hotelanlagen steigen die terrassierten grünen Hügel steil nach oben und am Ostende der Bucht windet sich die Strasse über den steilen Pura-Gamang-Pass.

 

Die schwarze Lava des Vulkanausbruches von 1963 floss auch bis tief in die Vorbezirke dieses gemütlichen Städtchens und die Bauern der nahen Dörfer können nur allmählich die breiten Lavastreifen wieder in fruchtbare Felder umwandeln.

 

Balis Osten – ein Ort der Schönheit und Tradition.